Sonntag, 11. September 2011

9/11

Ich kann es nicht glauben, dass seit dem Anschlag auf die USA 10 Jahre vergangen sind.  Für mich ist es noch wie gestern und es hat all unsere Leben verändert. 
Wir sind genau 2 Monate nach dem 11. 9. nach New York geflogen, und zwar am 11. 11.  Es war ein sehr beklemmender Flug.  Über New York mußten wir eine Stunde lang kreisen und keiner erfuhr warum, erst nach der Landung hörten wir, dass sich Airforce One gerade im Luftraum dort bewegte.  Die Angst war groß, besonders als am Tag darauf, am 12.11. wieder ein Flugzeug abstürzte, in Queens, dort wo viele Feuerwehrleute leben. 

Schlimm war es, das U-Bahn Schild zu sehen, sie exsistierten ja nicht mehr, die Türme.  Dabei waren wir einige Zeit davor mit der Staten Island Ferry rüber nach Staten Island.  Es war ein trüber Tag und auf einmal brach ein winziges Stück blauer Himmel direkt über den Türmen auf, sie wurden von der Sonne angestrahlt, sie standen da im gleisenden Licht gebadet.  Dieses Bild vergesse ich auch nie, so habe ich sie in Erinnerung.
Im November 2011 konnte man es immer noch riechen, es waren immer noch Wasserwerfer auf die Trümmer gerichtet.  Viele Leute liefen noch mit Gesichtsmasken herum.  Beim Anblick der Trümmer konnte man es immer noch nicht begreifen.  Wie oft war ich oben gewesen und habe den Blick auf die Stadt bewundert.  Besonders Nachts war es so wunderschön die Stadt in dieses Lichtermeer getaucht zu sehen, wie eine kleine Modelleisenbahnlandschaft.  New York, meine Stadt in der ich zuerst gelebt habe, dort zur Schule ging und dann auch gearbeitet habe. 

Als ein layout verarbeiten konnte ich bis heute noch nicht, mein Mann hat damals ein digitales layout angefertigt welches ich in meinem New York Album aufbewahre.
Ich liebe die New Yorker, sie sind ein starkes Volk.  Der Zusammenhalt danach war bemerkenswert, der Patriotismus ungebrochen.
Auf meine Familie drüben war ich auch stolz.  Mein Stiefvater war Feuerwehrmann in New York.  Ich habe heute noch seinen Hut und sein T-shirt.  Er war damals schon in Pension und wäre am liebsten runter zu den Ereignissen.  Aber er war damals schon zu alt. 
Mein Onkel auch, der ist auch Feuerwehrmann gewesen.  Dafür waren aber seine Söhne, alles Feuerwehrleute, dort.  Einer litt gesundheitlich sehr lange an den Nachwirkungen des giftigens Staub inklusive eines leichten Schlaganfalls.  Mein älterer Cousin kümmerte sich um die Witwen, er war verantwortlich für die ganze Bearbeitung und ging auf jede Beerdigung, jeden Tag, monate lang.  Als wir dann die Zeitung "Fire Lines" erhielten, saß mein Vater stundenlang da und schaute sich jedes Foto an, bei einigen sagte er: "ja, den kannte ich, ja und das war der Sohn von... u.s.w." 

Die Tochter meiner Cousine hatte Glück im Unglück, sie war an diesem Tag nicht im Büro in den Twin Towers, sondern auf einer Baustelle.  So viele, zu viele, hatten dieses Glück nicht.

Gestern haben wir stundenlang im VOX TV all die Sonderberichte angeschaut. Ja, alles ist seitdem anders, und sie fehlen uns, die Türme.


1 Kommentar:

  1. Wahnsinn, danke für diesen Bericht - er geht einem richtig unter die Haut!
    Conny

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